FM 13 Holstein Kiel – Lets Play Geschichte

FM 13 Holstein Kiel – Lets Play Geschichte

Holstein Kiel und der Wandel der Zeit

Eine furiose Saison liegt hinter uns und die deutsche Fußball-Welt steht kopf. Wer hätte heute vor einen Jahr gedacht, dass der KSV Holstein eine Chance hat, dieses Jahr international zu spielen und auch die Buchmacher hatten die Nordlichter nicht im Visier. Die Quote, dass es Kiel nach Europa schafft, stand bei 1€ zu 37€ Euro, die Quote das die Störche absteigen stand stattdessen bei 1€ zu 28€.
Doch rückblickend muss man sagen, dass diese Entwicklung absehbar war und eigentlich nicht überraschend kommt, überraschend ist nur, wie schnell es von Youtubes Störche nach Europa schaffen. In der Liga spielt man heute gegen Gegner wie den FC Bayern München, Borussia Dortmund oder den Hamburger SV und in Europa warten Teams wie der FC Barcelona, der FC Chelsea, der AC Mailand und Olympique de Marseille und viele weitere große Namen des europäischen Fußballs.


Die gesamte Entwicklung im Verein ist sicherlich eine starke Leistung von Team und Trainerstab zusammen, den größten Anteil daran trägt allerdings eindeutig Vanbergen von Youtube. Als er am 1. Juni 2012 die Ruder in Kiel übernahm hießen die Gegner noch SV Meppen, ETSV Weiche oder Goslarer SC und Leistungsträger waren Marc Heider, Morten Jensen und Jaroslaw Lindner. Doch die angepeilte Marschroute war von Anfang an klar, Ziel war der sofortige Aufstieg in die 3. Liga, zurück in den Profi-Fußball.


Der gesamte Etat der den Kielern damals zur Verfügang stand lag bei rund einer Million Euro, wovon ca. 630.000 in die Gehälter der Spieler flossen. Schon damals im Kader: Onur Akdogan. Ein Spieler, der größtenteils nicht mal auf der Bank saß und in die Zweite Mannschaft geschickt wurde. Zwar stand er mehrmals auf der Abschussliste, doch auch hier bewahrheitete sich die Spürnase von von Youtube. Akdogan spielt heute noch in Kiel und verdient heute allein doppelt so viel, wie damals der ganze Kieler Kader. Er ist die Ikone der Störche, Liebling der Fans und einer der Leader des Teams. Nicht ganz unschuldig an seiner Beliebtheit ist sein Vater, der in der Kieler Nordstraße einen Döner-Imbiss leitet. Ein Reporter fragte diesen 2014 ob aus seinen Sohn mal ein Spieler mit zweitligaformat werden könnte, darauf antwortete er lachend: „Schön wär’s, aber eins ist sicher, für jedes Tor was der Onur in der Bundesliga schießt, gibt’s Döner umsonst!“ , dies hätte er lieber nicht sagen sollen. Bei der unglaublichen Treffsicherheit des Stürmers dürfte sich der Imbiss sicherlich nicht mehr rentieren, denn allein letztes Jahr schoss er 22 Buden für die Störche. Die Geschichte des Onur Akdogan ist die Geschichte des KSV Holstein, ein Spieler den niemand kannte und von dem niemand was hielt, doch ihm war das egal. Er arbeitete hart an sich selbst, gab niemals auf und wurde auch im Erfolg nicht überheblich. Dies alles trifft auch auf die Störche zu, da fragt man sich ob Akdogan die Störche oder die Störche Akdogan geprägt haben.
Ebenso wie für Onur Akdogan war es auch für Vanbergen von Youtube bei den Kielern nicht immer einfach. In der ersten Saison traten immer wieder Dispute mit Präsident Abdul-Selam Göbbels, der offenbar nicht voll hinter dem Konzept des Trainers stand, an die Öffentlichkeit. Nach der 2:1 Niederlage bei Victoria Hamburg am 17. Spieltag der Saison 12/13 und dem daraus resultierenden Abrutschen auf den 7. Tabellenplatz der Regionalliga Nord, schien es, als seien von Youtubes Tage im hohen Norden gezählt. Doch das Team rappelte sich auf und schoss sich unter reichlicher Beteiligung von Edgar Sehinian und Mazan Moslehe in der Rückrunde noch auf Platz 3. Zwar wurde das angepeilte Saisonziel, der Aufstieg verpasst, doch diese Platzierung reichte dem Präsidium aus, um Vanbergen von Youtube noch ein weiteres Jahr ihr Vertrauen zu schenken.


Mit der Vepflichtung von Maximilian Riedmüller im Sommer 2013 war eine weitere Säule geschaffen, die mit dem Verein aus der Regionalliga bis in die Bundesliga aufsteigt, er schaffte sogar jedes Jahr einen Sprung und ist noch heute Stammkeeper, ebenfalls eine unfassbare Geschichte.

Mit Riedmüller im Tor, Sebastian Bäcker als Abwehrchef, Edgar Sehinian als Kreativposten und Marc Heider als Goalgetter beendete man die Hinrunde auf Platz 1, allerdings nur 2 Punkte vor Werders Amateuren und 4 vor Wolfsburgs Amateuren. Der Rückrundenstart lief bescheiden und Werder Bremens Amateure brachten von Youtube schlicht zur Verzweiflung; „Also die Bremer die sind mir ein Rätsel, irgendwann müssen die doch mal Punkte lassen!“. Dies taten sie auch, sodass die Kieler Störche am 33. Spieltag bereits vorzeitig den Staffelsieg feiern konnten und sich für die Relegation qualifizierten. Dort wartete niemand geringeres, als die zweite Mannschaft des FC Bayern. Nach einer 1:0 Niederlage in München schien der Aufstieg bedroht, die sonst so torgefährliche Kieler Mannschaft brachte den Ball einfach nicht in die Maschen. Doch durch einen souveränen 4:1 Sieg im Rückspiel konnte in Kiel gefeiert werden, der Aufstieg in die 3. Liga war perfekt.

Die Saison 14/15 startete aber ganz anders als geplant, Mohammed Lartey, der als Spielmacher die Zügel in die Hand nehmen sollte, kam mit dieser Erwartungshaltung nicht zurecht und blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Dafür lief es aber im DFB-Pokal, mit Mainz 05 und dem Karlsruher SC besiegte man gleich zwei höherklassige Vereine und wurde erst von Borussia Dortmund gestoppt. Zur Winterpause stand von Youtube mit seiner Elf auf Tabellenplatz 14 und musste eher nach unten als nach oben schauen. Am 1. Januar 2015 verließ der erste große Star des KSV Holstein Kiel die Bühne, Edgar „Eddy“ Sehinian wechselte zum FC Energie Cottbus. Zeit für neue Stars, die dann auf die Bühne traten. Ein gewisser Besar Halimi (20) wechselte für 250.000 € zu den Störchen und wurde ebenfalls am 1.Januar 2015 auf der Website vorgestellt. Weitere Hochkaräter wie Maurice Kühn (26), Joseph-Claude Gyau (22) und Daniel Gordon (30) folgten. In der letzten Woche der Transferperiode gelang Vanbergen von Youtube ein weiterer Transfer-Coup. Am 24. Januar 2015 wechselte Manuel Farrona-Pulido vom FC Rot-Weiß Erfurt an die Ostsee. Auf Anhieb erhielt er die Rückennummer 9 von Mazan Moslehe, dem es zum MSV Duisburg zog. Ein gewisser Lorenzo Rossini wurde in der Winterpause zum Stammspieler erklärt, Billy Zambidis und Onur Akdogan wurden langsam an die Truppe rangeführt.
Mit einen stark veränderten Kader ging es nun in die Rückrunde, doch nach einen 0:1 gegen Leverkusen II war die aufkommende Euphorie wieder getrübt.


Nach anfänglichen Schwierigkeiten zu Beginn der Rückrunde konnten die Kieler 10 Spiele in Folge gewinnen und erst von Dortmund II (1:1) wieder gestoppt werden. Durch diese unglaubliche Leistung verbesserte man sich bis auf Platz 7 (nach 20 Spieltagen: 15. Platz). Rein bemessen an der Rückrunde waren die Störche sogar das zweitbeste Team und über die letzten 17 Spieltage sogar das beste der 3. Liga. Außerdem holten sie in der Rückrunde fasst doppelt so viele Punkte wie in der Hinrunde, nach 22 Punkten in der Hinrunde holten sie 39 Punkte in der Rückrunde.


Im Sommer konnten alle Spieler gehalten werden und mit Philipp Ziereis und Jona Sielski konnte man sich noch gezielt verstärken bzw. einen Perspektivspieler verpflichten. So gingen sie auch als einer der Favoriten für den Aufstieg in die 2. Bundesliga in die Saison und feierte am ersten Spieltag direkt einen 4:1 Sieg gegen Heidenheim, die man dieses Jahr im DFB-Pokal wiedersieht. Allerdings verlor man die ersten beiden Auswärtsspiele (bei VfB Stuttgart II 1:2 ; bei FSV Frankfurt 1:4) und stand nach 4 Spieltagen nur auf Platz 9. Die Kieler Störche avancierten zum Pokalschreck, schon wieder musste ein höherklassiges Team dran glauben, in der 1. Runde erwischte es Braunschweig. Es folgten 6 Siege in Folge, sodass der KSV am 10. Spieltag von der Tabellenspitze grüßte. Diese ließen sie sich bis zur Winterpause nicht mehr nehmen. Nachdem in der 2. Runde Schalke 04 besiegt wurde schieden sie allerdings wieder in der 3. Runde gegen den BVB 09 aus.

Im Winter wurde Stephan Gusche verpflichtet, um die Defensive des KSV zu stärken, dafür wurde Sebastian Trouet, der in der 2. Mannschaft groß aufspielte und sich damit für die Erste empfahl, wieder in die Reserve verschoben. Dafür bekam aber Sebastian Wirth, der im Sommer von Unterhaching verpflichtet wurde, die Chance in der 3. Liga zu spielen und verdrängte nach und nach Thomas Wolff, der zwar besser war als Wirth, aber nicht annähernd so talentiert wie der junge Flügelspieler (19) war. Die Störche spielten ein phantastische Rückrunde und ließen sich die Tabellenführung nicht mehr nehmen, sie hielten die Zweitliga-Absteiger FC St. Pauli und FC Augsburg permanent auf Abstand. Am 36. Spieltag schoss der eingewechselte Sebastian Wirth in der 86. Minute den 3:2 Siegtreffer gegen Rot-Weiß Erfurt und besiegelte damit den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Kieler gewannen auch die letzten beiden Spiele souverän und stiegen als klarer Tabellenführer der 3. Liga in die 2. Bundesliga auf. Letztendlich hatte der KSV Holstein 82 Punkte geholt und eine Tordifferenz von +60. Die bärenstarke Offensive erzielte im letzten Spiel die Tore 99 und 100, die 40 Gegentore wirkten dagegen nicht so souverän. Farrona Pulido erzielte in der Saison alleine 30 Tore, zusammen mit Marc Heider (20 Tore) stellte Kiel die torgefährlichste Sturmreihe der Liga. Besar Halimi spielte ebenfalls eine überragende Saison, seine 19 Tore + 23 Vorlagen führten zum Spitznamen Besar „Beschte“ Halimi.


Doch diese Leistung weckte auch das Interesse anderer Clubs. Am 21. Juli 2016 war es so weit, Holstein Kiel verneigte sich vor Halimi und wünschte ihn für die Zukunft alles Gute. Er unterschrieb einen 4 Jahres Vertrag beim Hamburger SV und war ihnen 8,5 Mio. € wert. Natürlich wurde Besar „Beschte“ Halimi auch in die Kieler Ruhmeshalle aufgenommen. David Wölfer sollte das tun, was keiner konnte, er sollte Halimi im Offensiven Mittelfeld ersetzen. Außerdem wurde Sebastian Trouet dauerhaft in die erste Mannschaft gezogen. Vom FC Lausanne wurde der Defensive Mittelfeldspieler Grigoris Makos verpflichtet, er sollte helfen die Defensive zu stabilisieren und mit seiner Erfahrung Ruhe ins Kieler Spiel bringen. Weitere Neuverpflichtung waren Elton Monteiro vom VfB Oldenburg, Pele Brinkmann vom TSV Havelse, Evgeniy Kasjanov vom SC Verl, Daniel Wahl vom Goslarer SC, Wolfgang Heinze von Rot-Weiß Essen für 550.000 € und Mats M
øller Dæhli für 400.000€ vom SV Darmstadt. Im Vergleich zur Vorsaison wurde die Mannschaft wieder stark verändert, auch das System wurde angepasst, sodass sie mit 5 Mittelfeld-Spielern und nur einen Stürmer agierten. Von den Neuzugängen standen am ersten Spieltag mit Makos und Heinze nur 2 in der Startelf, außerdem erhielt Marc Heider den Vorzug im Sturm vor Akdogan und Farrona-Pulido. Die Mannschaft war gut besetzt für einen Aufsteiger, vor allem im Sturm hatten sie viel Potenzial. Jüngster Spieler in der Startelf war Lorenzo Rossini mit 20 Jahren, auf der Bank saß Wirth mit 19 Jahren.


Das erste Spiel endete mit 0:0 bei Dynamo Dresden, das zweite wurde zuhause 3:2 gegen Braunschweig verloren und im Pokal flog man direkt in Runde 1 im Elfmeterschießen gegen Aue aus. Es folgten Niederlagen in der Liga gegen Bochum, RB Leipzig und Hertha BSC, sodass die Störche am 5. Spieltag mit einem Punkt auf Platz 16 standen. Am 6. Spieltag setzte die Kehrtwende ein, der KSV besiegte Arminia Bielefeld mit 6:1 und alle Stürmer trafen dabei (Farrona-Pulido: 3 Tore; Heider: 2 Tore; Akdogan: 1 Tor). Bis zur Winterpause holten die Störche solide 30 Punkte und standen auf den 8. Tabellenplatz und hatten zudem mit 40 Toren die gefährlichste Offensive der 2. Bundesliga. Auch in diesem Winter wurde wieder investiert, mit Pascal Käser wurde für 700.000 € ein weiterer Flügelspieler verpflichtet. Und die Verpflichtung von Florian Ballas vom VfL Osnabrück war wiederum der Versuch, die Defensive zu stärken. Mit Maurice Kühn verloren sie allerdings auch einen guten Spieler an Deportivo La Coruna und mit Daniel Gordon gaben sie einen sehr erfahrenen an den SC Verl ab.


Die Rückrunde startete mit einen furiosen 5:3 Sieg gegen den VfL Bochum und auch in Leipzig konnte in der Rückrunde gewonnen werden, ein hochverdientes 2:1 und somit der 4. Sieg in Folge, gegen Hertha BSC (4:1) folgte der nächste.
Es folgte eine Serie von Unentschieden und Niederlagen, bis am 26. Spieltag der FC St. Pauli mit 5:1 aus den Stadion geschossen wurde und eine neue Siegesserie begann. Dank der 5 Siege in Folge standen die Störche am 30. Spieltag auf dem Relegationsplatz, nur 4 Punkte hinter Köln und 2 Punkte hinter Hertha. Durch ein 2:2 auf dem Betzenberg standen sie auf einmal nur noch auf Platz 4 und hatten nichts mehr in eigener Hand. Trotz zweier Siege blieben sie bis zum 34. Spieltag auf den undankbaren 4. Platz. Am letzten Spieltag kamen die Störche in Aachen nicht über in 1:1 hinaus, doch sie hatten das Glück der Tüchtigen. Der 1.FC Köln verlor, somit erreichte der KSV die Relegation. Der FC St. Pauli und Hertha BSC sind stattdessen direkt aufgestiegen. In der Relegation wartete Fortuna Düsseldorf, von Krimi war keine Spur. Holstein Kiel gewann das Hinspiel gegen schwache Düsseldorfer mit 4:0 und somit tat auch die 1:2 Niederlage im Rückspiel nicht mehr weh. Der KSV HOLSTEIN war somit aufgestiegen in die BUNDESLIGA und hat den Durchmarsch perfekt gemacht. Große Stützen des Teams waren vor Allem Manuel Farrona Pulido mit 23 Toren und Maximilian Riedmüller im Tor.

Fortsetzung folgt …

2 Kommentare

  1. Gefällt mir sehr gut, trifft vor allem alle Höhen und (die ganz wenigen) Tiefen des LPs, auch wenn einige Rechtschreibfehler das Lesen an einigen Stellen erschweren ;)

  2. Ich hoffe es wird weiter getextet! :)

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